Polen

Am Donnerstag haben wir uns mit Familie Nickel vor der polnischen Grenze getroffen um gemeinsam nach Polen an die Ostsee zu fahren. An der Grenze erfolgte lediglich eine Passkontrolle und hinter der Grenze waren wir erst einmal tanken, der Diesel (3,83zl) ist hier etwas billiger als in Deutschland. Nach einigen Kilometern wird die Autobahn um Stettin sehr schlecht, aber das kannten wir ja schon. Auch vor der Grenze mußten wir über ein Stück alte DDR-Autobahn fahren, da wurde man kräftig durchgeschüttelt. In der nächsten Stadt (Goleniow) sind wir bei NETTO Getränke kaufen gewesen (kein Pfand, Dose Bier 1,29zl/0,5l und Flasche Wasser 0,57zl/1,5l). Dann ging es weiter auf einer gut ausgebauten Landstraße bis an die Ostsee-Küste. Überall an der Straße kann man Blaubeeren, Pfifferlinge oder Honig kaufen. Da zwischen der Küstenstraße und der Ostsee ein Waldstreifen liegt sind wir bis Hoff (Trzesacz) gefahren, wo wir erstmals das Wasser sehen konnten. Genau gegenüber dem Strandzugang steht eine Bude mit frisch geräuchertem Fisch. Hier haben wir auf einer Wiese zusammen mit einem deutschen und zwei französischen Reisemobilen ein schönes und sicheres Plätzchen für die nächsten Tage gefunden. Der Stellplatz (40zl /10€) ist mit Toilette/Dusche und Strom ausgestattet und wird abends abgeschlossen. Wir hatten den Schlüssel für ein kleines Tor. Zum schönen, sauberen Strand brauchen wir nur über die Straße gehen. Am Freitag sind wir mit dem Fahrrad in den Nachbarort nach Rewal geradelt, dort gibt es viele Geschäfte, eine Bank und jede Menge Rummel. Angeboten wird viel Kitsch, billiges Spielzeug aus China und Papstbilder mit Bernstein. Die Preise für Obst, Gemüse und Lebensmittel sind etwa gleich oder preiswerter als bei uns. Da wir viel zu viel Kuchen, wird hier abgewogen, gekauft haben, ist das Mittagessen ausgefallen. Nach einem langen Strandspaziergang am kilometerlangen Sandstrand hatten wir dann wieder Hunger und haben abends gegrillt. Dazu gab es mit Zwiebeln, Pfeffer, Salz und ein wenig Knoblauch angemachten Kwarog, einen speziellen Weichkäse. Es gibt hier im Ort einige kleine Lebensmittel Geschäfte, welche bis spät Abends auf haben. Einer dieser Lädchen liegt neben unserem Stellplatz, dort kaufen wir mogens um 7Uhr unsere Bröchen (0,35 zl). Leider fing es etwas zu regnen an, aber unter den Markisen der Reisemobile konnten wir weiter essen.
Es hat dann die ganze Nacht bis Samstag
geregnet. Morgens hat es zwar aufgehört zu regnen aber da auch kein richtiges Badewetter war haben sich die Frauen durchgesetzt und wir sind noch nach einmal nach Rewal zum bummeln gefahren. Dort gibt es neben oben erwähntem auch mehrere Geschäfte mit Bernsteinschmuck. Nachmittags war faulenzen angesagt. Obwohl sich die Sonne nochmal blicken ließ, war es am Strand sehr Windig und wegen der hohen Wellen signalisierte die rote Flagge „schwimmen verboten“. Abends sind wir dann alle in einem besseren Restaurant, mit deutscher Speisekarte, essen gewesen. Das Essen war sehr gut und preiswert, da war für alle noch ein Eisbecher mit frischen Früchten drin (8zl).
Sonntag nach dem Frühstück haben wir beschlossen weiter zu fahren. Wir fuhren nach Fischerkaten (Pogorzelica), dort sollte es am Gästehaus Urszula Reisemobilstellplätze geben. Dank dem polnischen Navigationssystem „AutoMapa“ haben wir das etwas versteckt liegende Gästehaus sofort gefunden. Der Besitzer kommt aus Leverkusen und muße durch unglückliche Umstände einen Großteil des Grundstücks abgeben. Kurzerhand machte er im Garten auf einer Wiese Platz für unsere 2 Reisemobile. Zum wunderschönen, weißen und feinen Sandstrand ist es etwa 1km zu laufen. Nach einer großen Pizza in einer schönen, neuen Pizzaria haben wir uns von den Auslagen in dem Bäckerei-Shop noch einmal zu Kuchen verleiten lassen. Nach dem Regenschauer, welcher gerade herunter kommt während ich diese Zeilen schreibe, haben wir den Kuchen in der Sonne vor unseren Reisemobilen beim Kaffee gegessen. Beim Kaffee ziehen wir ein erstes Resüme der ersten Tage in Polen. Wir haben viel Natur mit sauberen Stränden, hinter Kiefernwäldern, erlebt und bis jetzt keine Probleme mit der Verständigung gehabt. Oft wird Deutsch gesprochen, auch Speisekarten in Deutsch gibt es in besseren Restaurants, ansonsten kommt man mit ein wenig Englisch weiter, welches selbst ältere Kinder verstehen. Trotz der zahlreichen Urlauber, darunter viele Kinder- und Jugendgruppen, findet man nur selten weggeworfenen Abfall in den Wäldern oder Zigarettenkippen am Strand. Alles ist sehr sauber. Große Unterschiede gibt bei den Unterkünften, neben schmucken Pensionen findet man oft einfachste Hütten aus vergangenen Zeiten. Die Campingplätze an der Küste sind fast immer sehr voll.
Am Montag sind wir mit den Fahrrädern zum Leuchtturm nach Horst (Niechorze) gefahren. Leider war der Andrang so groß, dass wir auf eine Besteigung verzichtet haben. Ich hätte gerne den Ausblick genossen und ein paar Fotos gemacht, aber wir hätten bestimmt 1 Std. anstehen müssen. Auf der Rückfahrt haben wir uns noch das große Luxushotel und Kurhaus Sandra mit mehreren Schmimmbädern angesehen Die Frauen haben sich dort Termine für den Frisör geben lassen. Da es in der Sonne sehr warm war sind wir nachmittags mit dem Fahrrad zum Strand schwimmen gefahren. Das Wasser der Ostsee war angenehm und der Strand noch schöner als in Trzesacz.
Am Dienstag sind die Frauen erst einmal zum Frisör aber nicht bei Sandra, wo sie angemeldet waren, sondern im Kurhaus Storchennest. Urszula hatte dort selber um 9 Uhr einen Frisörtermin, welchen Sie kurzfristig abgesagt hatte um die 2 Termine für unsere Frauen zu ermöglichen. Dieser Frisör wäre besser, sagt sie. Beide Frauen waren auch sehr zufrieden (50zl für waschen, schneiden, föhnen). Danach sind wir nach Trzebiatow gefahren wo es am Ortsausgang Richtung Kohlberg (Kolobrzeg) den französichen Supermarkt Intermarche gibt. Dort kann man sehr preiswert und gut Fleisch kaufen hatte uns unser Gastgeber erzählt und er hatte nicht zu viel versprochen. In Kohlberg standen wir dann im Stau, wir waren froh als wir durch waren und haben auf eine Besichtigung des historischen Marktplatzes verzichtet. Wir sind dann weiter gefahren bis Ustka, einem der größten Seebäder in Polen. Dort haben wir Camping Morski 101 am Stadtrand angefahren, ein sehr einfacher 2 Sterne Campingplatz (40,20 zl/2 Pers.). Der Platz war nicht überfüllt und es waren einige deutsche Mobile dort. Ein Ehepaar neben uns war schon das zweitemal in Polen und gab uns noch ein paar Tipps. Dann sind wir über 2 Stunden durch das Zentrum, den Hafen und an der Strandpromenade entlang gebummelt. Es ist sehr windig und kühl, also heute kein Badewetter. Die Schiffe im Hafen haben so geschaukelt, dass man vom zusehen Seekrank werden konnte.

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